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Meerschweinchen Rezept oder das „Ekel-Kochbuch“

Als ich, diese Woche so mir-nicht-dir-nichts in meinen flanell Unterhosen locker flockig durch die unendlichen Weiten des Netzes surfte, lediglich mit einem Virenscanner bewaffnet, stieß ich auf einen Artikel über ein angebliches „Ekel-Kochbuch“ ekelig deshalb weil in besagtem Werk ein „Grusel-Rezept“ für ein „christlich gebratenes Meerschweinchen“ enthalten sein soll in dem detailliert erklärt wird, wie man Meerschweinchen-Braten zubereitet. Mit einer Liste aller Zutaten,
die Mengen, alles leicht nachzukochen! Inklusive einer Anleitung zum Häuten, Ausnehmen und Zerschneiden der Tiere. Oh mein Gott!

Getrieben von einer Bösen Vorahnungen und innerer Unruhe schlurfte ich zum Bücherregal und nahm eines der Kochbücher die dort stehen heraus, wirklich auf Seite 60 die große Überschrift „Fleisch“ dazu die Kapitel Fleisch kochen, Fleisch schmoren Fleisch dünsten. Auf den folgenden Seiten weiter Beschreibungen zur Zubereitung von Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Wild und Wildgeflügel außerdem Rezepte für Fisch und auch für Schalen und Krustentieren, meine dunkelsten Vorahnungen hatten sich bestätigt!

Spaß beiseite, was ist den so schlimm an einem Rezept zur Zubereitung von Meerschweinchen und einer Anleitung zum Ausnehmen und putzen derselben? Selbst ein ambitionierter Hobbykoch dürfte wohl Schwierigkeiten haben die Tiere richtig aus zu nehmen und zu putzen, deshalb erscheint mir eine Anleitung dazu recht sinnvoll.

Oder liegt daran das das Meerschweinchen so Süß sind? (Süß im Sinne von niedlich), aber sind Hasen nicht auch Süß? Oder was ist mit den niedlichen Kälbchen, die mit ihrer Mutter über die Wiese Tollen und sich des Lebens freuen, die sind doch auch niedlich oder? Trotzdem hab ich in meinem Kochbuch z. B. ein Rezept mit dem Titel „Hasenfilet in Morchelrahm“ oder „Milchlamm gebraten“ Milchlämmer sind in der Regel sechs Monaten alt und ernähren ausschließlich von Milch, also auch recht niedlich.

Ist die Aufregung also nicht etwas übertrieben?

Sucht man etwas weiter zu dem Thema so findet man noch das ein oder andere, z.B. bleibt Herrn Dr. Edmund Haferbach, Mitglied der Tierschutzorganisation PETA, aufgrund dieses Rezeptes die Spucke weg, ob Herr Haferbach das Rezept nicht schmeckt oder ob ihm aus anderen gründen die Spucke weg bleibt lies sich allerdings nicht ergoogeln.
Ganz im Gegenteil zu Herrn Haferbach läuft mir das Wasser im Munde zusammen, wen ich an Meerschweinchen denke, besonders mit einer Erdnusssoße sind sie sehr lecker!

Außerdem meldet sich noch die Stuttgarter Die Stuttgarter Meerschweinchenhilfe e. V. (ja die gibt’s wirklich, http://www.meerschweinchenhilfe.de/) in Person von Claudia Wehling zu Wort, Sie sagte “„So ein Rezept ist doch Quatsch. Das entspricht nicht unseren ethischen Vorstellungen und verletzt die Gefühle vieler Menschen.“ Also handeln viel Millionen Südamerikaner unethisch wenn sie sich ein Meerschweinchen zubereiten? Manchmal schadet es nicht mal über den Tellerhand hinaus zu schauen, andere Länder andere Sitten, nur weil bei uns etwas unethisch ist heißt das nicht das es überall so sein muss, andersherum gibt es wahrscheinlich genügend dinge die bei uns als normal angesehen werden die in anderen Kulturkreisen als unethisch gelten. Etwas mehr Toleranz wäre also angebracht.

Die Katholische Kirche verteidigt übrigens das Rezept mit dem Hinweis das Meerschweinchen in den Anden ein wichtiges Nahrungsmittel sind, weil sie einen sehr hohen Nährwert haben und sich schnell vermehren.

Auftraggeber des Buches „Unser tägliches Brot – Rezepte, Gebete und Geschichten zum Grundrecht auf Nahrung“ ist übrigens der Lutherische Weltbund (LWB), anlässlich der LWB-Vollversammung 2010 in Stuttgart mit 400 führenden Kirchenvertretern. Das Grusel-Rezept soll sich auf Seite 48 des Kochbuchs befinden: „Christlich gebratenes Meerschweinchen“. Zutaten u. a. ein großes Meerschweinchen (ca. 1 Kilo), dazu Süßkartoffeln, Soyasauce, Knoblauch, Eier, Essig und Chillipfeffer.

Anlässlich dieses Artikels hab ich mich entschlossen hier auf Peruanito.de Peruanische Rezepte zu veröffentlichen, anfangen werd ich natürlich mit dem ein oder anderen Meerschweinchen Rezept.

Quellen:
http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/aktuell/2009/04/18/meerschweinchen-braten/zoff-um-ekel-kochbuch-der-stuttgarter-kirchen.html
http://www.kath.net/detail.php?id=22703


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